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Die '''Weinflasche''' ist das gängigste gläserne Transport- und Lagerbehältnis für den verkauf an den Endverbraucher. Zu Beschriftung wird sie mit einem versehen. n für Wein werden in vielen Größen und Formen hergestellt. Die gängigste Größe fasst 0,75 Liter Wein. Diese Größe ist seit 1977 EU-Norm. Davor wurden die meisten Flaschen in Größen zwischen 0,7 und 0,8 Liter hergestellt. In den USA und in der Schweiz wird diese 0,75-Liter-Standardgröße bis heute nicht durchgängig eingesetzt.

Geschichte

In früheren Zeiten wurde Wein in der Regel in Fässern und ist auch chemisch neutral, was es ideal für Flüssigkeitsbehälter macht.

Mit der Erfindung der Glasflasche und des s gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde länger haltbar und konnte sogar noch in der Flasche nachreifen, statt zu oder den Geschmack seines Behälters anzunehmen. Um das zu verhindern, wurde der Wein davor oft mit Harzen versetzt, gezuckert oder verdünnt, sodass erst mit der Erfindung der Glasflasche die Art Wein entstand, die wir heute kennen.

Die ersten Flaschen wurden noch aus schwarzem Glas hergestellt, später kam olivfarbenes, grünes und dann braunes Glas dazu. Aus einer anfangs sehr bauchigen, ?zwiebelartigen? oder holzhammerartigen Mallet-Form wurden mit der Zeit höhere, zylindrische Flaschen. Mit der Zeit bildeten sich eigene Formen für die verschiedenen weinerzeugenden Regionen heraus. Im 19. Jahrhundert wurden häufig Siegel der Hersteller zur Identifizierung ins Glas geprägt. 1894 wurde die erste maschinengefertigte Cognacflasche hergestellt und die Zeit der uniformen Flaschen begann.

Flaschenformen

Es gibt eine große Vielzahl verschiedene Weinflaschenformen, dennoch haben sich einige wenige inhaltstypische Grundformen herausgebildet.

Die Bordeauxflasche

Die ist leicht an ihren ?Schultern? zu erkennen. Sie gehört heute zu den populärsten Flaschenformen für trockene Rotweine. Der Boden ist leicht gewölbt, um zu verhindern, dass Ablagerungen beim Eingießen aufgespült werden. Ein alter Bordeaux sollte deshalb rechtzeitig vor dem Servieren aufrecht gestellt werden, damit das in die kleine Rille um die Beule rutschen kann (dies trifft gleichermaßen auf zu). Bordeauxflaschen gibt es in grün (für trockene Rot- und Weißweine) und in klarem Glas (für süße und einige trockene Weißweine). Die klassischen n für die Bordeauxflasche sind , , , , und .

Es gibt sie, wie alle Weinflaschen, in einer Reihe verschiedener Größen. Hinzu kommen Sonderflaschen: Im Bordeaux hat das schon seit vielen Jahrzehnten eine einzigartige Flaschenform.

Der Bocksbeutel

Für hochwertige Weine aus Franken und teilweise Baden (Tauberfranken) wird eine beutelartige Flaschenform, der sogenannte , in den Farben grün oder braun verwendet.

Die Burgunderflasche

Die hat keine Schultern. Sie wird für Rotwein (in der Regel ) und Weißwein (meist ) verwendet. Die klassische Burgunderflasche ist dunkel- bis hellgrün, es gibt aber auch Klarglasvarianten. Sie ist auch die klassische Flaschenform für Rhôneweine (meist etwas breiter) und viele Loireweine. In Kalifornien benutzt man sie unter anderem auch für . In Italien wird sie teilweise in sehr dunklem (auch braunem) Glas für viele verschiedene Weine verwendet (zum Beispiel ). In Deutschland nimmt man sie zum Beispiel für Grau- oder Spätburgunder.

Die Hoch- oder Schlegelflasche

Die Hoch- oder ist eine <nowiki/>flasche mit schlankem Hals, in den Farben rot, rotbraun, blau, grün. Der ungarische wird ebenso wie der in die für Weine der Provence traditionelle gefüllt.

Die Sherry-Flasche

Sie hat einen abgesetzten Hals; die farbigen Flaschen werden für Likörweine verwendet.

Wölbung im Boden

Die , d. h. nach innen gewölbte Form des Flaschenbodens, besonders bei Bordeaux- und Champagnerflaschen, wird in der Fachsprache ''culot de bouteille'' genannt. Die Wölbung im Flaschenboden der druckfesten Champagnerflasche wurde im Schwarzwald im 18. Jahrhundert erfunden.

Weitere Flaschenformen

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer typischer Flaschenformen, die teilweise auf bestimmte Weinangebote festgelegt sind. Mit den 1990er Jahren gibt es eine generelle Tendenz zu meist schlanken Designerflaschen.
  • Die ist eine besondere Flaschenform mit gedrungenem Körper der eng in den Hals übergeht. In diese Flaschen wird ausschließlich , ein Dessertwein aus dem französischen abgefüllt. Diese 0,62 l-Flasche soll die Qualität erhalten und verhindern, dass nach 6,5 Jahren Reife im Fass der Wein weiterhin Flüssigkeit verliert.
  • Die neue wurde vom ''Rheingauer Weinbauverband'' aus dem designet und wird seit den 1990er Jahren propagiert. Die schlanke dunkelblaugrüne Flasche mit 0,75 Liter ist höher als übliche Weinflaschen und knüpft damit an die Rheingau-Flasche aus der Zeit um 1900 an, sie soll die Eigenständigkeit vermitteln und elegant und ansprechend wirken.
  • Die wurde zur Verbesserung der Attraktivität des 1931 im Staatsweingut als grüne Flasche in Keulenform entwickelt. Als Alleinstellungsmerkmal für Sachsen war eine Qualitätsauszeichnung beabsichtigt und mit der Rückkehr zum ''Lokalstolz'' auf sächsische Weine wurde diese Form in den 1990er Jahren wieder aufgegriffen. Die Keule fand aber keine allseitige Verwendung für Sachsenweine. Durch von der Keule bedingte geringere Standfläche im Kasten hat diese Form eine schlechtere Auflage und Standfestigkeit als die Normalform.
  • Kalifornische Weine werden seit Anfang der 1990er Jahre mit einer eigenen Flaschenform (ohne Kapsel, mit verbreitertem Halsende) angeboten. Damit soll ebenfalls der in der eigenen Form betont werden.
  • Besondere Flaschen sind nicht für den Verkauf, sondern ausschließlich zur Lagerung bestimmt. Eine klassische Variante ist die . Dieser fasst 45 Liter und wird zum Beispiel zur Lagerung von Non-Vintage , von oder genutzt. Diese werden für den Handel schließlich auf die übliche (0,75-Liter-)Flasche gezogen.

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   Bocksbeutelformen- alt (links) und Bocksbeutel PS (rechts)..jpg|Bocksbeutel: alte (links) und neue Flaschenform (rechts)
   Weitere Formen.jpg|Weitere Formen von Weinflaschen
   Sachsenkeule 108.jpg| 
   Verdelho Korbflasche.jpg|Korbflasche

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Flaschengrößen

Die ersten mundgeblasenen Mallet-Flaschen waren deutlich kleiner als die heute üblichen 0,75-Liter-Flaschen. Während diese für zwei Personen vorgesehen ist, wurde anfangs in der Regel Wein für eine Person in eine Flasche gefüllt, um keinen Wein zu verschwenden. Seit 1977 ist die Standardweinflasche mit 750 ml per EU-Norm beschrieben und seit 1989 verbindlich. Weitere Flaschenformate sind Bruchteile oder Vielfaches davon. Die USA haben sich 1979 angepasst, nur in der Schweiz gibt es noch vereinzelt 0,70-Liter-Flaschen.

Wein in kleinen Flaschen reift schneller als in großen. Aus diesem und anderen Gründen wird Wein in verschiedene Flaschengrößen abgefüllt.

  • 0,187 Liter: Dinky, Split
  • 0,2 oder 0,25 Liter: oder Viertel-Flasche, Stifterl (Österreich)
  • 0,375 Liter: Halbe Flasche, Demi/Fillette (Frankreich), half bottle (USA/UK), des (Österreich), dreiachtel (Schweiz)
  • 0,5 Liter: Französischer Pot oder auch Dumpy (USA/Südafrika)
  • 0,62 Liter: Clavelin-Flasche (nur im ), s. auch
  • 0,7 Liter: manchmal noch in der Schweiz anzutreffen, ansonsten fast ausschließlich den Spirituosen vorbehalten. Für deutsche Weine war diese Größe bis 1987 üblich.
  • 0,75 Liter: Flasche, Normalflasche, in Frankreich und Österreich, Bottle (USA/UK/ZA) häufigstes Volumen beim , entspricht ungefähr dem American fifth = 1/5 einer = 0,757 l, wird in der Gastronomie oft auch als 1/1 (eintel) Flasche bezeichnet
  • 0,8 Liter: ein französischer Litron, vor der gebraucht
  • 1 Liter: Literflasche (mitunter, z. B. in Deutschland, mit belegt)
  • 1,5 Liter: Magnumflasche = 2 Flaschen
  • 2 Liter: Doppelliterflasche (umgangssprachlich ?Doppler?)
  • 2,25 Liter: Marie-Jeanne (veraltet, nur noch bei alten Bordeaux bis zirka 1970) auch Tregnum oder Tappithen = 3 Flaschen
  • 3 Liter: Doppelmagnum (Bordeaux), Jeroboam (Champagner) = 4 Flaschen
  • 4,5 Liter: Jeroboam (Bordeaux), Rehoboam (Champagner, Burgunder) = 6 Flaschen
  • 5,0 Liter: Jeroboam (moderne Größe, seit zirka 1978 ausschließlich für dieses Format benutzt)
  • 6 Liter: Methusalem (Champagner, Burgunder)
  • 6,0 Liter: Imperiale (Bordeaux)
selten:
  • 9 Liter: Salmanazar (nur für Champagner/Burgund) = 12 Flaschen
  • 12 Liter: Balthazar (nur für Champagner/Burgund) = 16 Flaschen
  • 15 Liter: Nebukadnezar (i. d. R. für Champagner, manchmal Burgund) = 20 Flaschen
seltener auch:
  • 7,5 Liter: Narcis = 10 Flaschen
  • 18 Liter: Goliath bzw. Melchior = 24 Flaschen
  • 20 Liter: Solomon = 26 2/3 Flaschen
  • 26,25 Liter: Sovereign (nur für Champagner)
  • 27 Liter: Primat (nur für Champagner) = 36 Flaschen
  • 30 Liter: Melchisedech (nur für Champagner)
  • 45 Liter: , entspricht einer 60-fach-Flasche
  • 50 Liter: ebenfalls Sovereign = 67 Flaschen
  • 98,5 Liter: Adelaide

Champagner reift in kleinen Flaschen.

Verschlüsse

Traditionell wird die Weinflasche mit einem verschlossen. Da die Gefahr von ­bildung (?Wein mit Zapfen?) besteht, sind Weinflaschen-Korke heutzutage mit einer feinen - oder ­schicht umgeben. Dadurch ist der Lufteintritt über lange Zeit fast ausgeschlossen und der Wein damit besser haltbar.

Neben der begrenzten Verfügbarkeit von Kork ließ das Problem des s immer wieder Diskussionen um den Korkverschluss aufkommen und hat zu , und Glasverschlüssen geführt. halten den Schwefel nicht so gut und lassen die Weine angeblich schneller altern. Eine weitere Alternative sind Glasstopfen, wie das Produkt ''Vinolok'' von Preciosa. Für die Dichtung zur Flasche besitzt der Glaskörper eine Manschette aus Kunststoff. Mehr und mehr beginnt sich aber vor allem der Schraubverschluss durchzusetzen. Diese Verschlussart ist preisgünstig.

Generell ist also festzustellen, dass die Verschlussart kein direktes Qualitätsmerkmal darstellt, aber auf die Reifeentwicklung durchaus Einfluss haben kann.

Flaschenreife

Im Allgemeinen ist dies die Bezeichnung für das Ende des Ausbaus, mit dem der e Wein auf die Flasche gefüllt wird. Man spricht von erreichter Flaschenreife. Mit Flaschenreife kann allerdings auch die Reife gemeint sein, die der Wein durch das Altern in der Flasche selbst erreicht hat.

Handelsalternativen

Alternative Verpackungen für den stellen en und s dar. Neben Glasflaschen wird Wein zunehmend auch in anderen Behältnissen wie s, n verkauft.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise